Bankability
Ziel der Absicherung
Eine strukturierte Absicherung dient dazu:
- Projektrisiken frühzeitig zu identifizieren
- Verantwortlichkeiten klar zu regeln
- Cashflows abzusichern
- Konfliktpotenzial zu reduzieren
- Finanzierung und Investitionsentscheidungen zu erleichtern
Absicherung erfolgt dabei nicht über einzelne Massnahmen, sondern über ein Zusammenspiel von Verträgen, Prozessen und organisatorischen Regelungen.
Zentrale Vertragsarten
Batteriespeicherprojekte basieren typischerweise auf mehreren miteinander abgestimmten Vertragswerken, darunter:
- Standort- und Nutzungsverträge
(Pacht, Miete, Dienstbarkeiten) - Liefer- und Errichtungsverträge
(EPC, Turnkey oder modulare Liefermodelle) - Betriebs- und Wartungsverträge (O&M)
inkl. Verfügbarkeits- und Reaktionsregelungen - Vermarktungs- und Einsatzverträge
für Markt- oder netzbetriebliche Nutzung - Finanzierungsverträge
für Eigen-, Fremd- oder Hybridkapital
Die konkrete Ausgestaltung ist projektspezifisch.
Risikozuordnung
Ein zentrales Ziel der Vertragsstruktur ist die klare Zuordnung von Risiken, unter anderem:
- Bau- und Inbetriebnahmerisiken
- technische Leistungs- und Verfügbarkeitsrisiken
- Markt- und Erlösrisiken
- regulatorische Risiken
- Betriebs- und Haftungsrisiken
Risiken werden dort platziert, wo sie fachlich und operativ am besten kontrolliert werden können.
Absicherung im Betrieb
Für die Betriebsphase sind insbesondere relevant:
- definierte Verfügbarkeitskennzahlen
- Wartungs- und Reaktionszeiten
- Regelungen zu Störungen und Ausfällen
- Ersatzteil- und Servicekonzepte
- klare Eskalations- und Entscheidungsprozesse
Diese Elemente tragen zur Stabilisierung der laufenden Cashflows bei.
Wirtschaftliche Absicherung
erfolgt unter anderem durch:
- konservative Annahmen in Cashflow-Modellen
- Kombination mehrerer Erlös- und Vergütungsmodelle
- vertraglich definierte Zahlungsmechanismen
- Rücklagen- und Reservekonzepte
Ziel ist keine Eliminierung von Risiken, sondern deren transparente Steuerung.
Vertragslaufzeiten & Flexibilität
Batteriespeicherprojekte sind langfristig ausgelegt. Vertragsstrukturen berücksichtigen daher:
- abgestimmte Laufzeiten zwischen Hauptverträgen
- Anpassungsmechanismen bei Markt- oder Regulierungsänderungen
- Optionen für Erweiterung, Repowering oder Anpassung
- klar geregelte Beendigung und Rückbau
Diese Flexibilität erhöht die langfristige Robustheit der Projekte.
Versicherungen & ergänzende Sicherheiten
Zusätzlich zu vertraglichen Regelungen kommen häufig Versicherungen und Sicherheiten zum Einsatz, z. B.:
- Bau- und Montageversicherungen
- Betriebs- und Haftpflichtversicherungen
- Sach- und Ertragsausfallversicherungen
- bankübliche Sicherheiten im Finanzierungsumfeld
Sie ergänzen die vertragliche Absicherung.
Governance & Kontrolle
Absicherung ist eng mit Governance verknüpft. Dazu gehören:
- klare Entscheidungs- und Freigabeprozesse
- Reporting- und Kontrollmechanismen
- transparente Dokumentation
- vertraglich geregelte Informationsrechte
Diese Elemente erhöhen die Nachvollziehbarkeit für Investoren und Partner.
Bedeutung für Investoren
Strukturierte Absicherung und klare Vertragsarchitektur:
- erhöhen die Planbarkeit von Cashflows
- reduzieren Ausfall- und Konfliktrisiken
- verbessern die Finanzierbarkeit
- schaffen Vertrauen über die gesamte Laufzeit
Sie sind damit ein zentraler Bestandteil der Investitionsqualität.
